Pestalozzischule Hanau

Schule der Vielfalt und Gemeinsamkeit

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Der Namensgeber Pestalozzi 

Pestalozzis Gedanken und Ideen zur Kinder- und Jugenderziehung wurden bahnbrechend für die moderne Pädagogik. Das Lebensziel des heute allgemein anerkannten großen Schweizer Reformpädagogen war es, Kinder aus ärmsten Volksschichten, die zur damaligen Zeit oft unter den härtesten Entbehrungen und in unvorstellbarer Armut aufwuchsen, zu einer Erziehung und Schulbildung zu verhelfen, die ihre Menschlichkeit und ihre Kräfte zur Entfaltung brachten. „Ich wollte und will die Welt keine Kunst und Wissenschaft lehren, ich kenne keine; aber ich wollte und will die Erlernung der Anfangspunkte aller Künste und Wissenschaften dem Volke allgemein erleichtern und der verlassenen und der Verwilderung preisgegeben Kraft der Armen und Schwachen die Zugänge der Kunst, die die Zugänge der Menschlichkeit sind eröffnen“. (1801)

Pestalozzi war von einer leidenschaftlichen Liebe und Hilfsbereitschaft für die untersten sozialen Schichten und namentlich für die Kinder des armen Volkes erfüllt. Aber es war ihm nicht gegeben, praktisch die Wege zur Erfüllung seiner Ideale zu finden. Der ganz in seinen Idealen versponnene Mann verstand wenig zu wirtschaften. Alle seine Unternehmen, die 1775 gegründete Erziehungsanstalt für arme Kinder in Neuhof (Schweiz), 1789 das Waisenhaus zu Stans (Schweiz), 1799 die Erziehungsanstalt mit Lehrerseminar in Burgdorf (Schweiz) und 1804 die Erziehungsanstalt für Kinder aus allen Ständen in Ifferten (Schweiz) scheiterten an seinem organisatorischen Ungeschick.

Auf Jahrhunderte hinaus sind seine Gedanken über Erziehung bahnbrechend für die Pädagogik geworden. Das Persönliche in jedem Menschen muss entwickelt werden, und der Lehrer kann bei diesem Vorgang nur helfend wirken. Jeder ist „das Werk seiner selbst“.

Pestalozzi wurde 1746 in Zürich geboren. Schon früh kam er mit den Ideen der Aufklärung in Berührung, vor allem mit denen J.J. Rousseau, der den Gedanken von der natürlichen Güte des Menschen und von der Möglichkeit, ihn zu einer naturnahen. sittenreichen Lebensführung zu erziehen, formulierte. Nach einigen Semestern theologischer und juristischer Studien errichtete er das Landgut Neuhof. 1775 gründet er die Erziehungsanstalt für arme Kinder, danach schriftstellerische Tätigkeit. In seinen Büchern „Abendstunden eines Einsiedlers“, „Lienhardt und Gertrud“ und “Christoph und Else“ legt er seine Gedanken zur Erziehung dar. 1792 macht er eine Reise nach Deutschland. Dort lernt er Klopstock, Herder, Goethe, Wieland und Fichte kennen.

1798 wird er Direktor des Waisenhauses zu Stans. 80 verwaiste Kinder unterrichtet er im Lesen, Schreiben und Rechnen und schult sie auch praktisch in landwirtschaftlichen und handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Ab 1800 leitet er in Burgdorf eine Erziehungsanstalt mit Lehrerseminar. Hier entsteht dann sein Hauptwerk „Wie Gertrud ihre Kinder lehrt“.1804 geht er mit den meisten seiner Lehrer nach Ifferten, wo er eine Erziehungsanstalt für Kinder aus allen Ständen übernimmt. Hier begann die Periode, in der Pestalozzis Wirken europäische Berühmtheit erlangte. Die Leistungen dieses Institutes waren glänzend, aber seine Zöglinge gehörten immer mehr den gehobenen Ständen an, und das eigentliche Ziel, dem niederen Volk zu helfen, trat zurück. Hinzu kamen Streitigkeiten mit einzelnen Lehrern. 1825 musste Pestalozzi die Anstalt auflösen.

Am 17.2.1827 starb Pestalozzi in Brugg.